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01.10.2005

Mit 24 das Diplom und einen guten Job

"Ich würde diesen Weg jederzeit wieder so gehen", sagt Uwe Jüptner. Voriges Jahr hat er seinen Abschluss als Diplom-Wirtschaftsinformatiker an der Bautzener Studienakademie (BA) gemacht. 

Drei Gründe nennt er, die ausschlaggebend waren, sich nach dem Abitur am Bischofswerdaer Gymnasium und der Bundeswehrzeit für diese Ausbildung zu entscheiden: Ein Hochschulstudium wäre ihm zu lang gewesen, außerdem fehle dabei der Bezug zur Praxis und der Druck, in einer bestimmten Zeit den Abschluss zu schaffen. "Man hat zwar nicht ganz so viel vom Studentenleben", sagt er schmunzelnd, "ist aber schneller fertig."

Nun hat er mit 24 schon einen Job - und dabei nach drei Monaten Arbeitslosigkeit einen Glückstreffer gelandet. Der Großröhrsdorfer Betrieb, in dem er den praktischen Teil des Studiums absolvierte, habe ihn nicht übernehmen können. Und auch ein geplanter Auslandseinsatz war kurzfristig geplatzt. Da kam die Anzeige des gerade gegründeten Unternehmens Bautzen Internet Technologies (BIT) genau richtig. Uwe Jüptner bewarb sich und wurde eingestellt. Zusammen mit rund 20 weiteren Mitarbeitern, darunter einige andere BA-Absolventen, gehört er seit Februar zum Aufbau-Team des im Technologie- und Gründerzentrum ansässigen ITDienstleisters.

Der hilft unter anderem im Auftrag des Softwarekonzerns SAP per Ferndiagnose weltweit Kunden bei Problemen mit Computer-Programmen - und ist auf Wachstumskurs. Anfang November kommen zunächst weitere 15 Mitarbeiter dazu, darunter wieder sechs Abgänger verschiedener sächsischer Berufsakademien. Die sind quasi die Lebensader für Unternehmen wie BIT, sagt Geschäftsführer Harry Schweickert. Denn mittlerweile sei das Potenzial entsprechend qualifizierter Arbeitskräfte in der Region deutlich zurückgegangen. Nur mit sehr hohem Aufwand habe man geeignete neue Mitarbeiter finden können. Da kommen die frisch ausgebildeten BA-Absolventen gerade recht. Nach den ersten Wochen, in denen intensive Schulungen anstanden, die Voraussetzung sind, um bei BIT arbeiten zu können, ist Uwe Jüptner sehr zufrieden: Ein guter Job in einer zukunftsträchtigen Branche, und das auch noch in der Heimat - was will man mehr? Besonders reizvoll sei für ihn der Kontakt zu Kunden in aller Welt. "Und wir sind ein ziemlich junges Team", freut er sich. Das wird ab nächster Woche auch durch zwei Studenten verstärkt, die an der Bautzener BA ihr Studium beginnen.

Somit ist BIT nicht nur Nutznießer dieser Ausbildung, sondern begleitet als einer von rund 400 Praxispartnern der Bildungseinrichtung künftig auch junge Leute auf ihrem Weg ins Berufsleben. Das freut den Direktor der Studienakademie. "80 Prozent unserer Praxispartner sind in der näheren Umgebung ansässig", sagt Professor Wolfgang Janig. Die Chance, nach dem Studium sofort Arbeit zu finden, liege je nach Studienrichtung bei 70 bis 100 Prozent. Uwe Jüptner, der am Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, ist zufrieden: Seit einem Jahr hat er den Abschluss als Diplom-Wirtschaftinformatiker der Staatlichen Studienakademie Bautzen in der Tasche; kurz darauf fand er in Bautzen einen guten Job.

(Sächsische Zeitung | Madeleine Siegl-Mickisch)



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