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Bautzener EDV-Firma sucht Fachleute
Vor einem Jahr riss beim Bautzener Computerspezialisten BIT der Auftragseingang plötzlich ab. Das Unternehmen mit Sitz im Technologie- und Gründerzentrum Preuschwitzer Straße betreut europaweit Firmen, die ihre Arbeit mit einem Computerprogramm von SAP steuern.
Von Heiko Engel
SAP gehört zu den großen Anbietern, viele Firmen nutzen die Computerprogramme. Gibt es Probleme, rufen sie in Bautzen an. Doch die Anfragen blieben aus, BIT-Mitarbeiter waren plötzlich unterbeschäftigt. Zudem strichen Kunden Serviceprojekte für ihre EDV. – „Manche Vorhaben waren kurz vor der Unterschrift“, sagte Geschäftsführer Henry Flack.
Über 14000 Serviceanfragen
Harry Schweickert, Milan Paul und Sören Goebel (von links) vom Bautzener Computerspezialist BIT beraten vor allem mittelständische Firmen in EDV-Fragen. Das Unternehmen hat rund 150 Beschäftigte. (Foto: SZ/Uwe Soeder) |
Aber statt einen der rund 150 Mitarbeiter in Bautzen und der Dresdener Filiale zu entlassen, wurden Fortbildungskurse organisiert, so Flacks Geschäftsführerkollege Harry Schweickert. Die Beschäftigten wurden in Kundenkommunikation und technischen Fragen geschult. Finanziert wurden die Kurse mit eigenem Geld und staatlicher Förderung. „Ohne Unterstützung durch die Sächsische Aufbaubank hätten wir das nicht stemmen können“, sagte Schweickert.
Die Durststrecke dauerte mehrere Monate, dann zog die Nachfrage an. Vor allem Großkunden brauchten wieder Beratung. „Die Auslastung betrug zeitweise über 100Prozent“, so Flack. Anfragen werden über Datenleitung und Telefon bearbeitet. Die Fachleute schalten sich in das Programm des Kunden ein, um die Ursache der Schwierigkeiten zu finden. Ein typisches Beispiel: Rechenprozesse in der Produktionsplanung einer Firma laufen plötzlich verdächtig langsam. Geschieht nichts, könnte es zum Totalausfall kommen. Die BIT-Leute arbeiten sich solange durch den Datenwust, bis sie das Problem im Griff haben. Letztes Jahr bearbeiteten sie über 14000Serviceanfragen.
Die Anrufe kamen vor allem aus Deutschland und Österreich, viele Kunden sitzen auch in Holland und Italien. Arbeitssprachen sind Englisch und Deutsch – deswegen blieb BIT auch in Deutschland. Viele Firmen legen Wert darauf, dass die Berater deutsch sprechen – sie brauchen einfach die Sicherheit, verstanden zu werden. „Dafür sind Firmen auch bereit, etwas mehr zu bezahlen“, weiß Flack aus vielen Gesprächen mit Geschäftspartnern. In diesem Jahr will BIT sein Angebotsspektrum erweitern. Mitarbeiter kümmern sich jetzt speziell um mittelständische Firmen, beraten sie etwa zur Organisation von Betriebs- und Produktionsabläufen, sagte Schweickert. Er und seine Kollegen wollen vor allem Firmen in Sachsen und in Südbrandenburg erreichen. Im Moment sind sie dabei, das neue Angebot bekannt zu machen. Ausgebaut werde auch der Service für Großkunden. Für diesen Bereich sucht BIT weitere Fachleute. „Ein neuer Mitarbeiter wurde bereits eingestellt“, sagte Flack. BIT investiert zudem in neue Technik. Die Computer müssten sieben Tage die Woche rund um die Uhr funktionieren. Um diese Anforderung besser erfüllen zu können, seien 2010 Ausgaben von etwa 100000Euro vorgesehen.
BIT feiert dieses Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Der Beratungsbedarf der Firmen stieg seitdem ständig an, jedes Jahr kamen neue Geschäftsfelder hinzu. 2005 startete BIT mit 20 Mitarbeitern.
Sächsiche Zeitung | Heiko Engel



